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Saftige Steaks brutzeln über offener Flamme auf dem Grill
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Kamado / Keramikgrill: Empfehlungen für den Allrounder

Keramikgrills als Allrounder zwischen Grillen, Smoken und Backen.

  • Synthese aus 3 Quellen-Schichten
  • Tests · DIN/EN-Normen · Bewertungen
  • Redaktion: Bastian Saupe
BS

Recherche & Synthese: Bastian Saupe · neutral aufbereitet nach unserer Methodik · Stand 26. September 2026

Kurz & knapp

Kurz gesagt: Für die meisten ist der Kamado Joe Classic II die beste Wahl – mit über 900 Bewertungen bei 4,7 Sternen der bestbewertete und am häufigsten gekaufte Keramikgrill, der echte Kategorie-Benchmark. Wer das gleiche System kompakt und tragbar will, nimmt den Kamado Joe Jr. Den günstigsten Einstieg in die Keramik-Welt liefert der BBQ-Toro Haiiro ab rund 165 €.

Anzeige / Affiliate-Links – mehr im Affiliate-Hinweis. Preise können beim Händler abweichen.

Ein Kamado ist der Allrounder unter den Grills: Die dicke Keramikwand speichert Hitze wie ein Brotbackofen und hält die Temperatur über Stunden stabil. Damit grillst du Steaks bei großer Hitze, ziehst Pulled Pork low & slow durch und backst sogar knusprige Pizza – alles in einem Gerät, mit erstaunlich wenig Holzkohle.

Wir grillen für diese Empfehlung nicht selbst. Stattdessen werten wir Herstellerangaben und tausende Käufer-Bewertungen aus und verdichten beides zu einer nachvollziehbaren Auswahl. Beim Kamado zählen vor allem die Keramikqualität und Wandstärke, die Größe, eine gute Lüftungssteuerung und eine zuverlässige Dichtung – genau danach haben wir ausgewählt.

Unsicher bei der Größe? Unser Ratgeber „Wie viele Brenner & wie viel Grillfläche“ hilft mit Rechner weiter. Wie wir auswählen, steht in unserer Methodik.

Direktvergleich

Alle Modelle auf einen Blick

Erst der schnelle Überblick, danach jedes Modell ausführlich. Tipp: Auf dem Handy lässt sich die Tabelle seitlich scrollen.

MerkmalKamado Joe Classic IIKamado Joe Classic II4.7 ★ (917)AnsehenKamado Joe Jr.Kamado Joe Jr.4.6 ★ (751)AnsehenBBQ-Toro HaiiroBBQ-Toro Haiiro4.5 ★ (314)AnsehenBBQ-Toro KUROBBQ-Toro KURO4.6 ★ (65)AnsehenKamado Bono MinimoKamado Bono Minimo4.5 ★ (51)AnsehenKamado Bono GrandeKamado Bono Grande4.9 ★ (43)AnsehenKamado Forest 18″ LKamado Forest 18″ L4.7 ★ (30)Ansehen
Größe18″ (Ø46)13,5″ (Ø33)Ø32 cmØ52 cmØ40 cmØ59 cm18″ (Ø38)
KlassePremiumKompaktMini/EinstiegMittelklasseMittelklasseGroßPremium
StärkeBenchmarkTragbarGünstigViel FlächeInkl. ZubehörInkl. ZubehörDicke Wand
MarkeKamado JoeKamado JoeBBQ-ToroBBQ-ToroKamado BonoKamado BonoK. Forest
Preis ca.1.589 €467 €165 €720 €472 €1.084 €950 €

Schnell entscheiden

Welcher passt zu deiner Situation?

„Ich will den besten und erprobtesten Kamado"

Kamado Joe Classic II 18 Zoll — Kamado Joe Classic II – über 900 Bewertungen, der Kategorie-Benchmark.

„Ich will das gleiche System kompakt und tragbar"

Kamado Joe Joe Jr. 13,5 Zoll — Kamado Joe Jr. – 13,5 Zoll, über 740 Bewertungen, mobil.

„Ich will so günstig wie möglich einsteigen"

BBQ-Toro Haiiro Ø32 Mini-Kamado — BBQ-Toro Haiiro Ø32 – Mini-Kamado ab rund 165 €.

„Ich will einen vollwertigen Kamado zum fairen Preis"

BBQ-Toro KURO Ø52 — BBQ-Toro KURO Ø52 – große Fläche, über 60 Bewertungen.

„Ich grille für große Runden"

Kamado Bono Grande Ø59 — Kamado Bono Grande Ø59 – viel Fläche, sehr gut bewertet.

Empfehlungen im Detail

7 Modelle im Detail

Sortiert nach Einsatzzweck statt nach Note – jedes Modell mit ehrlicher Einordnung, für wen es sich eignet und für wen eher nicht.

1Top-Empfehlung / Marken-Benchmark
Kamado Joe Classic II 18 Zoll

ca. 1589,00 €

Preis geprüft am 26. September 2026

Preis & Angebot ansehen

Kamado Joe

Kamado Joe Classic II 18 Zoll

4.7(917 Bewertungen)

Der Kamado Joe Classic II ist der Benchmark der Keramikgrills: 18 Zoll Durchmesser, hochwertige dicke Keramik und durchdachtes Lüftungssystem. Mit über 900 Bewertungen bei 4,7 Sternen der am besten belegte Kamado im Vergleich – die Top-Wahl für alle, die das ausgereifteste System wollen und bereit sind, dafür zu investieren.

Pro

  • Bestbewertet & meistgekauft (4,7 / 901)
  • Hochwertige dicke Keramik
  • Durchdachtes Lüftungssystem
  • Allrounder: Grillen, Smoken, Backen

Contra

  • Höchster Preis im Vergleich
  • Schwer und ortsfest

Ideal, wenn

Die meisten ambitionierten Griller, die das ausgereifteste Kamado-System wollen.

Eher nicht, wenn

Knappes Budget – das teuerste Modell im Vergleich.

Stimmen aus verifizierten Käufer-Bewertungen

„Der Kamado Joe Classic II ist nicht einfach nur ein Grill - wer einmal mit einem Kamado gearbeitet hat, mag normale Kugelgrills kaum noch."
„Ich grille seit Jahrzehnten auf Kugel-, Gas- und Raeucheroefen; seit ich den Kamado habe, frage ich mich, wie ich vorher ohne konnte."
Verifizierte Käufe (Amazon), exemplarisch ausgewählt.
2Bestbewertet kompakt / tragbar
Kamado Joe Joe Jr. 13,5 Zoll

ca. 467,00 €

Preis geprüft am 26. September 2026

Preis & Angebot ansehen

Kamado Joe

Kamado Joe Joe Jr. 13,5 Zoll

4.6(751 Bewertungen)

Der tragbare kleine Bruder des Classic: 13,5 Zoll Keramikgrill mit der gleichen Qualität in kompakt. Mit über 740 Bewertungen bei 4,7 Sternen exzellent belegt – ideal für Balkon, kleine Terrassen und alle, die einen wertigen Kamado auch mal mitnehmen oder platzsparend aufstellen wollen.

Pro

  • Exzellent bewertet (4,7 / 742)
  • Tragbar und kompakt
  • Kamado-Joe-Qualität
  • Ideal für Balkon & kleine Terrasse

Contra

  • Kleine Grillfläche
  • Für große Runden zu klein

Ideal, wenn

Wer Kamado-Joe-Qualität kompakt, mobil oder für kleine Flächen will.

Eher nicht, wenn

Große Runden – die Grillfläche ist begrenzt.

Stimmen aus verifizierten Käufer-Bewertungen

„Der Grill ist ein Traum, da man von 80 bis 450 Grad arbeiten kann - von Brot backen ueber Pizza und Slow Cooking bis Schmoren ist alles moeglich."
„Ein tolles, sehr vielseitiges Produkt - ich finde, er ist sein Geld wert."
Verifizierte Käufe (Amazon), exemplarisch ausgewählt.
3Preis-Tipp / Mini-Einstieg
BBQ-Toro Haiiro Ø32 Mini-Kamado

ca. 164,95 €

Preis geprüft am 26. September 2026

Preis & Angebot ansehen

BBQ-Toro

BBQ-Toro Haiiro Ø32 Mini-Kamado

4.5(314 Bewertungen)

Kompakter Mini-Kamado mit 32 cm Durchmesser – der günstigste Einstieg in die Keramik-Welt. Mit fast 300 Bewertungen solide belegt, bietet er das Kamado-Prinzip aus Hitzespeicherung und Vielseitigkeit zum kleinen Preis. Ideal für alle, die Keramik erst einmal ausprobieren oder nur für wenige grillen wollen.

Pro

  • Günstigster im Vergleich (ab 165 €)
  • Solide bewertet (fast 300)
  • Kompakt für Balkon & kleine Runde
  • Echtes Kamado-Prinzip

Contra

  • Kleine Fläche (Ø32 cm)
  • Einfachere Keramik als Premium

Ideal, wenn

Einsteiger und kleine Runden, die günstig in die Keramik-Welt starten wollen.

Eher nicht, wenn

Wer viel Fläche oder Premium-Keramik erwartet.

Stimmen aus verifizierten Käufer-Bewertungen

„Der Keramikgrill ist recht kompakt, aber genau das macht ihn so praktisch - fuer zwei Personen laesst sich problemlos grillen."
„Super kleiner Grill, fuer zwei Personen perfekt; er speichert die Hitze, bis zu 5 Stunden Grillen mit Briketts sind moeglich."
Verifizierte Käufe (Amazon), exemplarisch ausgewählt.
4Mittelklasse vollwertig
BBQ-Toro KURO Ø52

ca. 719,95 €

Preis geprüft am 26. September 2026

Preis & Angebot ansehen

BBQ-Toro

BBQ-Toro KURO Ø52

4.6(65 Bewertungen)

Vollwertiger Kamado mit 52 cm Durchmesser und ordentlich Grillfläche für Familien und mittlere Runden. Mit über 60 Bewertungen bei 4,5 Sternen eine solide Mittelklasse-Wahl, die deutlich mehr Platz als die Mini-Modelle bietet, ohne in die Premium-Preisklasse vorzustoßen.

Pro

  • Große Fläche (Ø52 cm)
  • Fairer Mittelklasse-Preis
  • Über 60 Bewertungen
  • Vollwertiger Allrounder

Contra

  • Mittlere Bewertungsbasis
  • Schwer und ortsfest

Ideal, wenn

Familien, die einen vollwertigen Kamado zum fairen Preis suchen.

Eher nicht, wenn

Wer die größte Bewertungsbasis oder Premium-Marke will.

Stimmen aus verifizierten Käufer-Bewertungen

„Hochwertige Verarbeitung, schnelle Lieferung - es muss nicht immer ein Green Egg sein."
„Tolle Qualitaet, aeusserst preiswert, alles gelingt gut und das reichliche Zubehoer ist empfehlenswert."
Verifizierte Käufe (Amazon), exemplarisch ausgewählt.
5Mittelklasse mit Zubehör
Kamado Bono Minimo Ø40

ca. 472,00 €

Preis geprüft am 26. September 2026

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Kamado Bono

Kamado Bono Minimo Ø40

4.5(51 Bewertungen)

Kamado mit 40 cm Durchmesser, der inklusive fünf Zubehörteilen geliefert wird – ein guter Komplett-Einstieg. Mit über 50 Bewertungen bei 4,5 Sternen solide belegt, bietet er eine handliche Größe für Paare und kleine Familien zum mittleren Preis, ohne dass man Zubehör einzeln nachkaufen muss.

Pro

  • Inkl. 5 Zubehörteilen
  • Handliche Größe (Ø40 cm)
  • Über 50 Bewertungen
  • Guter Komplett-Einstieg

Contra

  • Mittlere Fläche
  • Kleinere Bewertungsbasis

Ideal, wenn

Paare und kleine Familien, die einen Kamado samt Zubehör als Komplettpaket wollen.

Eher nicht, wenn

Große Runden oder wer maximale Fläche braucht.

6Große Runde / Ø59
Kamado Bono Grande Ø59

ca. 1084,00 €

Preis geprüft am 26. September 2026

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Kamado Bono

Kamado Bono Grande Ø59

4.9(43 Bewertungen)

Großer Kamado mit 59 cm Durchmesser, der inklusive sechs Zubehörteilen kommt – für große Runden und ganze Braten. Mit fast 40 Bewertungen bei sehr starken 4,9 Sternen die Wahl für alle, die viel Fläche und ein Komplettpaket suchen und regelmäßig für viele Gäste grillen.

Pro

  • Sehr gut bewertet (4,9)
  • Große Fläche (Ø59 cm)
  • Inkl. 6 Zubehörteilen
  • Für große Runden & Braten

Contra

  • Höherer Preis
  • Kleinere Bewertungsbasis

Ideal, wenn

Wer für große Runden grillt und viel Fläche plus Zubehör will.

Eher nicht, wenn

Kleine Haushalte oder knappe Budgets.

7Premium-Alternative / dicke Wand
Kamado Forest Grill 18 Zoll L

ca. 949,90 €

Preis geprüft am 26. September 2026

Preis & Angebot ansehen

Kamado Forest

Kamado Forest Grill 18 Zoll L

4.7(30 Bewertungen)

Premium-Keramikgrill mit besonders dicker Wand (2,8 cm), 4 mm Edelstahl-Grillrost und Edelstahlwagen mit Rollen. Mit 24 Bewertungen bei sehr starken 4,9 Sternen eine hochwertige Alternative zu den großen Marken – für alle, die Wert auf massive Keramik und gute Temperaturregelung legen.

Pro

  • Sehr gut bewertet (4,9)
  • Besonders dicke Wand (2,8 cm)
  • Edelstahlrost & Wagen mit Rollen
  • Präzise Temperaturregelung

Contra

  • Kleinere Bewertungsbasis
  • Weniger bekannte Marke

Ideal, wenn

Wer eine besonders massive Keramikwand und wertige Ausstattung will.

Eher nicht, wenn

Wer eine große Bewertungsbasis oder etablierte Top-Marke bevorzugt.

Verständlich erklärt

Datenblatt ohne Fachchinesisch

Was die wichtigsten Angaben wirklich bedeuten – in einem Satz.

Kamado
Ein eiförmiger Grill aus dicker Keramik nach asiatischem Vorbild. Die Keramik speichert Hitze und Feuchtigkeit – dadurch wird er extrem vielseitig und sparsam im Kohleverbrauch.
Keramikwand / Wandstärke
Die dicke Keramik ist das Herzstück. Je dicker die Wand, desto besser hält der Grill die Temperatur stabil und desto gleichmäßiger gart er – wichtig fürs lange Smoken.
Lüftungssteuerung (Zuluft/Abluft)
Über je einen Schieber unten (Zuluft) und oben (Abluft) regelst du die Hitze. Wenig Luft = niedrige Temperatur fürs Smoken, viel Luft = hohe Hitze für Steak und Pizza.
Hitzespeicherung
Die Keramik nimmt Wärme auf und gibt sie gleichmäßig wieder ab. Deshalb hält ein Kamado Temperaturen über viele Stunden – mit überraschend wenig Holzkohle.
Deflektorstein
Ein Keramikstein, der die direkte Glut abschirmt. Damit machst du aus dem Kamado einen indirekten Ofen für Low & Slow oder zum Backen von Pizza und Brot.
Dichtung (Gasket)
Die Dichtung zwischen Deckel und Unterteil hält den Grill luftdicht. Eine gute Dichtung ist Voraussetzung dafür, dass die Lüftungssteuerung präzise funktioniert.

Ei aus Keramik: wie ein Kamado aufgebaut ist

Wer versteht, wie ein Kamado gebaut ist, versteht auch, warum er so vielseitig ist. Im Kern ist er ein geschlossenes Ei aus dicker Keramik mit nur zwei beweglichen Luftöffnungen: einem Zuluft-Schieber ganz unten und einem Abluft-Schieber in der Deckelspitze. Dazwischen sitzen der Feuerkorb mit der Holzkohle, darüber ein herausnehmbarer Deflektorstein und ganz oben der Rost mit dem Grillgut. Ein Deckelthermometer zeigt die Garraumtemperatur.

Dieser einfache Aufbau ist das ganze Geheimnis. Weil frische Luft nur unten hinein und oben hinaus kann, steuerst du mit den beiden Schiebern präzise, wie viel Sauerstoff die Glut bekommt – und damit die Temperatur. Ohne Deflektorstein grillst du direkt über der Glut mit voller Hitze; mit eingelegtem Stein wird das Ei zum Umluftofen für indirektes Garen.

Alles Weitere sind Varianten dieses Prinzips: mehr Wandstärke, bessere Dichtungen, mehrteilige Rostsysteme oder ein rollbarer Unterbau. Die Physik dahinter bleibt bei jedem Kamado gleich, vom 165-Euro-Mini bis zum 1.589-Euro-Kamado Joe. Genau deshalb funktioniert selbst ein günstiges Modell überraschend gut.

Anatomie und Luftfuehrung eines Kamado-GrillsDeflektorsteinAbluft obenThermometerZuluft untendicke Keramikwand
Der Kamado ist ein geschlossenes Keramik-Ei: Der Zuluft-Schieber unten und der Abluft-Schieber oben regeln gemeinsam die Temperatur, die dicke Wand speichert die Hitze. Mit eingesetztem Deflektorstein wird aus der direkten Glut ein indirekter Ofen – die Basis fuer Low & Slow, Pizza und Braten.

Warum die dicke Wand die Temperatur stundenlang hält

Der eigentliche Unterschied zwischen einem Kamado und einem Stahlgrill ist die thermische Masse. Eine ein bis drei Zentimeter dicke Keramikwand speichert ein Vielfaches der Wärmemenge eines dünnen Stahlkessels und gibt sie langsam und gleichmäßig wieder ab. Das wirkt wie ein Schwungrad: Einmal auf Temperatur, hält der Kamado sie erstaunlich stabil, weil kurze Schwankungen von der Masse abgepuffert werden.

Die Keramik isoliert zugleich nach außen. Während ein Stahlgrill bei Wind und Frost spürbar Hitze verliert und ständig nachgeregelt werden muss, bleibt der Garraum im Kamado nahezu unbeeindruckt von der Außentemperatur. Bei minus fünf Grad smoken ist damit genauso möglich wie im Hochsommer – ein Grund, warum Kamados bei Ganzjahres-Grillern beliebt sind.

Diese Trägheit hat eine Kehrseite, die man kennen muss: Ein Kamado reagiert langsam. Wer ihn versehentlich auf 250 Grad hochjagt, bekommt ihn nicht in zwei Minuten wieder auf 120 Grad herunter – die gespeicherte Wärme muss erst abgebaut werden. Die richtige Bedienung heißt deshalb immer: langsam an die Zieltemperatur herantasten und früh gegenregeln.

Zwei Schieber, ein Ofen: die Lüftung als Temperaturregler

Die gesamte Temperatursteuerung eines Kamado läuft über die beiden Luftschieber – es gibt keinen Drehknopf und kein Thermostat wie beim Pelletgrill. Der Zuluft-Schieber unten bestimmt, wie viel Sauerstoff an die Glut kommt; der Abluft-Schieber oben regelt, wie schnell die heiße Luft abzieht. Beide zusammen ergeben die Temperatur, und die Faustregel ist simpel: wenig Luft für niedrige Hitze, viel Luft für hohe.

In der Praxis heißt das grob: Beide Schieber fast geschlossen ergeben rund 110 bis 130 Grad für Low and Slow. Halb offen landet man bei 160 bis 180 Grad für Geflügel oder Braten. Weit offen erreicht der Kamado 250 bis über 350 Grad für Pizza und zum scharfen Anbraten. Die genauen Stellungen unterscheiden sich je Modell – man lernt sie beim eigenen Grill über wenige Sessions.

Der häufigste Anfängerfehler ist Ungeduld: zu weit aufreißen, die Temperatur schießt über das Ziel hinaus, dann hektisch alles schließen und die Glut erstickt fast. Besser ist, dem trägen Ei Zeit zu geben und in kleinen Schritten nachzujustieren. Wer den Einstieg strukturiert angehen will, findet die Grundlagen im Ratgeber Smoken für Anfänger.

Mit dem Deflektorstein wird der Grill zum Ofen

Das entscheidende Zubehör, das aus dem Kamado einen echten Allrounder macht, ist der Deflektorstein – eine Keramik- oder Steinplatte, die zwischen Glut und Grillgut gelegt wird. Sie schirmt die direkte Strahlungshitze ab, sodass das Grillgut nicht mehr von der Flamme, sondern von der zirkulierenden heißen Luft gegart wird. Aus dem Grill wird so ein Umluftofen.

Ohne Deflektor verbrennt bei langem Garen die Unterseite, lange bevor das Innere fertig ist – deshalb gelingt Pulled Pork, Brisket, ein ganzes Hähnchen oder Brot erst mit Stein. Auch Pizza profitiert: Der Deflektor plus ein Pizzastein darüber ahmt den Steinofen nach, mit knuspriger Unterseite ohne verbrannten Rand. Mehr zur richtigen Wahl steht im Cluster Deflektorstein.

Wichtig für den Kauf: Nicht jeder günstige Kamado bringt einen Deflektorstein mit, und die Mini-Modelle haben oft zu wenig Höhe, um Stein und Grillgut sinnvoll übereinander zu stapeln. Wer indirektes Garen plant – und das ist beim Kamado der halbe Reiz –, sollte auf ausreichenden Durchmesser (ab etwa Ø40) und einen mitgelieferten oder passenden Deflektor achten.

16 Stunden mit einer Füllung: Low and Slow im Kamado

Die Paradedisziplin des Kamado ist Low and Slow – stundenlanges Garen bei 110 bis 130 Grad, wie es für Pulled Pork, Brisket oder Spareribs nötig ist. Dank Hitzespeicherung und Isolierung hält ein gut eingestellter Kamado diese Temperatur mit einer einzigen Kohlefüllung über zwölf bis achtzehn Stunden, ohne dass nachgelegt werden muss. Das ist ein Bereich, in dem er selbst teure Kugelgrills klar hinter sich lässt.

Praktisch bedeutet das: abends den Feuerkorb füllen, morgens anzünden, auf Temperatur einregeln, Fleisch und ein paar Räucherchunks auflegen – und dann weitgehend in Ruhe lassen. Ein Funk- oder Bluetooth-Grillthermometer übernimmt die Überwachung, sodass man nicht daneben sitzen muss. Die Keramik verzeiht dabei auch, wenn der Deckel gelegentlich für den Blick aufs Fleisch geöffnet wird.

Zwei Dinge sind für gelungenes Low and Slow entscheidend: naturbelassene, große Holzkohlestücke statt Briketts mit Bindemitteln, weil sie sauberer und gleichmäßiger glühen, und der konsequente Einsatz des Deflektorsteins. Wer beides beachtet, holt aus einem Mittelklasse-Kamado dieselbe BBQ-Qualität wie aus einem Premium-Gerät.

350 Grad in Minuten: Pizza und scharfes Anbraten

Am anderen Ende der Skala steht die hohe Hitze. Reißt man beide Schieber weit auf, erreicht ein Kamado über 350 Grad – Temperaturen, an denen ein normaler Kugelgrill scheitert. Damit backt er neapolitanische Pizza in vier bis sechs Minuten mit blasiger Kruste und liefert für Steaks einen kräftigen Sear mit ausgeprägten Röstaromen.

Für Pizza braucht es den Deflektorstein plus einen Pizzastein obenauf, damit die Unterseite Kontakthitze bekommt, ohne von der Flamme zu verbrennen. Für den Steak-Sear grillt man dagegen direkt ohne Deflektor, möglichst nah an der Glut. Manche Kamados bieten dafür absenkbare Rosteinsätze, mit denen sich der Abstand zur Glut variieren lässt.

Ein Sicherheitshinweis, der bei hoher Hitze zählt: das gefürchtete Flashback. Öffnet man den Deckel eines heißen, luftarmen Kamado zu schnell, kann die einströmende Frischluft eine Stichflamme auslösen. Die Regel lautet deshalb, den Deckel bei großer Hitze zuerst einen Spalt zu öffnen (das „Burping"), kurz zu warten und erst dann ganz aufzumachen.

Warum ein Kamado so wenig Holzkohle frisst

Trotz des hohen Anschaffungspreises ist ein Kamado im Betrieb erstaunlich günstig. Weil die Keramik die Wärme speichert und die Isolierung Verluste minimiert, reicht eine kleine Kohlefüllung weit: Für einen normalen Grillabend liegt der Verbrauch oft bei unter einem Euro Holzkohle, für eine lange Low-and-Slow-Session bei wenigen Euro. Ein offener Kugelgrill verbrennt für dasselbe Ergebnis ein Mehrfaches.

Ein zweiter Spareffekt entsteht durch die Wiederverwendung: Löscht man die Glut nach dem Grillen durch Schließen beider Schieber (Sauerstoffentzug statt Wasser), bleibt unverbrannte Kohle für die nächste Session erhalten. Beim nächsten Mal kommt frische Kohle einfach obenauf. Über eine Saison summiert sich das zu einem deutlichen Unterschied auf der Brennstoffrechnung.

Für die Kohlewahl heißt das: Qualität lohnt sich doppelt. Große Stücke naturbelassene Grillkohle glühen länger, sauberer und ruhiger als Briketts mit Bindemitteln, die im geschlossenen Kamado unerwünschte Gerüche entwickeln können. Die höhere Effizienz der Keramik gleicht den etwas höheren Kohlepreis mehr als aus.

Ø32 bis Ø59: welche Größe zu welcher Runde passt

Die Größe ist die folgenreichste Kaufentscheidung, weil sie sich später nicht ändern lässt. Ein Mini-Kamado um Ø32 reicht für zwei Personen und den Balkon, ist aber zu flach, um Deflektor und großen Braten zu stapeln. Modelle um Ø40 sind der handliche Kompromiss für Paare und kleine Familien und beherrschen indirektes Garen bereits gut.

Der Standardbereich für Familien liegt bei Ø46 bis Ø52 – hier passt ein Deflektorstein plus Grillgut bequem übereinander, und es bleibt Platz für ein ganzes Hähnchen oder mehrere Rippchenleitern. Ab Ø59 wird es zum Gerät für große Runden, ganze Braten oder mehrere Gänge parallel. Nach oben zahlt man die zusätzliche Fläche allerdings deutlich mit.

Eine nützliche Faustregel: Lieber eine Nummer größer als zu klein kaufen. Einen großen Kamado kann man sparsam nur halb mit Kohle befüllen und so auch für zwei Personen effizient betreiben – umgekehrt lässt sich ein zu kleiner nie vergrößern. Wer allerdings wirklich nur selten und für wenige grillt, spart mit dem Mini bares Geld und Stellfläche.

Temperaturschock und Sturz: die Achillesferse der Keramik

So robust die Keramik thermisch ist, so empfindlich ist sie mechanisch – das ist die ehrliche Kehrseite der Bauart. Ein harter Stoß, ein Sturz beim Transport oder ein Temperaturschock können sie rissig machen. Deshalb gilt: die heiße Keramik niemals mit kaltem Wasser abschrecken, keine tiefgefrorenen großen Fleischstücke in den glühend heißen Kamado legen und beim Aufbau vorsichtig mit den Bauteilen umgehen.

Haarrisse in der Glasur sind übrigens normal und meist harmlos – sie entstehen durch die Ausdehnung beim Aufheizen und beeinträchtigen die Funktion nicht. Kritisch sind nur durchgehende Risse in der tragenden Keramik. Viele Hersteller geben gerade auf die Keramik selbst lange Garantien, was zeigt, dass echte Materialbrüche im Normalbetrieb selten sind.

Für die Praxis bedeutet das vor allem: Der Kamado ist kein Grill, den man häufig transportiert. Wer Mobilität braucht, ist mit einem leichten Modell wie dem Joe Jr. besser bedient – oder gleich mit einer anderen Bauform. Steht der Kamado einmal an seinem Platz, ist die Empfindlichkeit im Alltag dagegen kaum ein Thema.

60 bis 100 Kilo: warum der Standort eine Entscheidung ist

Ein oft unterschätzter Punkt ist das Gewicht. Ein mittelgroßer Kamado wiegt mit Keramik und Gestell schnell 60 bis über 100 Kilogramm – er wird einmal aufgestellt und danach praktisch nie wieder bewegt. Das macht die Standortwahl zu einer bewussten Entscheidung, die man vor dem Kauf treffen sollte, nicht danach.

Der Platz sollte fest, eben und wettergeschützt sein, mit genug Abstand zu Wänden und Brennbarem, denn die Außenwand wird zwar nicht so heiß wie bei einem Stahlgrill, aber die Deckelöffnung strahlt Hitze ab. Ein Unterbau mit gebremsten Rollen ist Gold wert, wenn man den Kamado auf der Terrasse gelegentlich ein Stück verschieben will – tragen lässt er sich allein kaum.

Wer auf dem Balkon grillt, muss zusätzlich die Statik und die Hausordnung bedenken: Ein 90-Kilo-Gerät ist nicht für jeden Balkon gedacht, und Holzkohlegrillen ist dort oft eingeschränkt. In solchen Fällen ist ein kleiner, leichter Kamado oder eine andere Bauart die realistischere Wahl. Wie bei jedem Holzkohlegrill gilt außerdem: niemals in geschlossenen Räumen oder der Garage betreiben – die CO-Gefahr ist lebensbedrohlich.

165 bis 1.600 Euro: was den Kamado-Preis wirklich treibt

Kaum eine Grillkategorie hat eine so extreme Preisspanne: vom BBQ-Toro Mini-Kamado um 165 Euro bis zum Kamado Joe Classic II um 1.589 Euro. Beide sind Keramikgrills, beide halten die Temperatur. Der Unterschied liegt in Keramikqualität, Dichtungen, Beschlägen – und in der Frage, ob das Gerät in zehn Jahren noch dicht ist.

Mini und Einstieg, rund 165 bis 470 Euro: BBQ-Toro Haiiro Ø32, Kamado Bono Minimo Ø40, Kamado Joe Jr. Für zwei bis drei Personen, ideal als Zweitgrill oder für den Balkon. Die Keramik ist dünner, die Dichtung einfacher – die Temperatur hält trotzdem erstaunlich gut, weil das Prinzip so robust ist. Was fehlt, ist beim Mini die Fläche für indirektes Garen mit Deflektor.

Mittelklasse, rund 470 bis 950 Euro: BBQ-Toro KURO Ø52, Kamado Bono Grande, Kamado Forest 18 Zoll. Der eigentliche Standardbereich. Genug Durchmesser für einen Deflektorstein plus Grillgut, brauchbare Beschläge und Dichtungen. Hier bekommst du das volle Kamado-Erlebnis – Low and Slow über zwölf Stunden mit einer Kohlefüllung ebenso wie 350 Grad für Pizza.

Oberklasse, rund 1.000 bis 1.600 Euro: Kamado Joe Classic II. Der Aufpreis geht in die Details: gefederte Deckelscharniere, hochwertige Filz- statt Faserdichtungen, mehrteilige Rostsysteme, Aschelade und eine Garantie auf die Keramik selbst. Ehrliche Einordnung: Die Grillergebnisse eines guten 700-Euro-Kamados und eines 1.589-Euro-Kamados sind bei gleicher Bedienung praktisch identisch. Man kauft Verarbeitung, Komfort und Langlebigkeit – kein besseres Fleisch.

Kamado oder Kugelgrill: lohnt der Aufpreis wirklich?

Ein guter Kugelgrill kostet rund 200 Euro, ein guter Kamado das Drei- bis Achtfache. Beide sind Holzkohlegrills mit Deckel und Luftregelung. Die Frage, ob sich der Aufpreis lohnt, ist die häufigste in dieser Kategorie – und die Antwort hängt daran, wie du grillst.

Der Unterschied liegt in der Masse. Die dicke Keramikwand speichert enorme Wärmemengen und isoliert zugleich. Praktische Folgen: Ein Kamado hält 110 Grad über zwölf bis achtzehn Stunden mit einer einzigen Kohlefüllung, während ein Kugelgrill nach vier bis sechs Stunden nachgefüllt werden will. Er reagiert kaum auf Außentemperatur und Wind, und er kommt auf über 350 Grad, was Pizza in wenigen Minuten ermöglicht.

Der Kugelgrill hat dafür eigene Stärken: Er ist leicht und transportabel, in fünfzehn Minuten auf Temperatur (ein Kamado braucht wegen der Masse eher dreißig bis vierzig) und unempfindlich gegen Stöße. Der Aufpreis lohnt sich also klar, wenn du regelmäßig lange smokst, ganzjährig grillst oder Pizza bei hoher Hitze machst – und eher nicht, wenn du überwiegend Steaks und Würstchen an Sommerabenden grillst. Den ausführlichen Vergleich gibt es im Ratgeber Kamado vs. Kugelgrill.

Kamado Joe, Bono, BBQ-Toro, Forest: die Marken im Überblick

Der deutsche Kamado-Markt lässt sich grob in drei Lager einteilen. An der Spitze steht Kamado Joe als etablierter Premium-Benchmark: ausgereifte Dichtungs- und Rostsysteme, große Bewertungsbasis, dichtes Zubehör- und Ersatzteilnetz – dafür der höchste Preis. Wer das erprobteste Gesamtsystem will und den Aufpreis zahlen kann, ist hier richtig.

Im mittleren Segment mischen Kamado Bono und der dickwandige Kamado Forest mit. Beide bieten viel Keramik fürs Geld, oft mit umfangreichem Zubehörpaket im Lieferumfang, und sammeln durchweg starke Bewertungen – bei allerdings noch kleinerer Bewertungsbasis als die Platzhirsche. Für preisbewusste Käufer, die Substanz statt Markenname wollen, sind sie eine ernsthafte Alternative.

BBQ-Toro besetzt den Einstieg: vom Mini-Haiiro bis zum größeren KURO, mit dem günstigsten Zugang zur Keramik-Welt. Die Verarbeitung ist einfacher als bei den Premium-Marken, das Grundprinzip funktioniert aber zuverlässig. Für alle, die Keramik erst einmal ausprobieren oder nur gelegentlich damit grillen wollen, ist das der risikoärmste Einstieg – man kann später immer noch aufrüsten.

Was Kamado-Besitzer immer wieder berichten

Weil wir nicht selbst testen, sind die gebündelten Käufer-Rückmeldungen unser wichtigster Anhaltspunkt – und über alle Marken hinweg zeichnen sie ein bemerkenswert einheitliches Bild. Der häufigste Tenor: Wer einmal mit einem Kamado gearbeitet hat, will nicht mehr zurück. Gelobt werden vor allem die Vielseitigkeit (Grillen, Smoken, Backen in einem Gerät) und die stabile Temperatur, die auch stundenlanges Garen entspannt macht.

Ein zweiter wiederkehrender Punkt ist die Kohle-Effizienz: Viele berichten überrascht, wie wenig Holzkohle der Kamado verbraucht und wie lange eine Füllung hält. Die Bewertungen für die Einstiegsmodelle betonen oft, dass das Kamado-Prinzip selbst beim günstigen Gerät funktioniert – ein Signal, dass die Bauart robust ist und man für den Einstieg nicht viel falsch machen kann.

Kritische Stimmen betreffen selten das Grillen selbst, sondern Gewicht und Aufbau (schwer, zu zweit aufzustellen) und – bei einzelnen günstigen Modellen – Dichtungen, die nachjustiert werden müssen. Wer diese Punkte einkalkuliert, findet quer durch alle Preisklassen Geräte, mit denen die große Mehrheit über Jahre sehr zufrieden ist.

Der Fahrplan: welcher Kamado zu wem passt

Zum Abschluss die Entscheidung in Klartext. Wer das ausgereifteste, am breitesten erprobte System will und das Budget hat, nimmt den Kamado Joe Classic II – der Benchmark mit der größten Bewertungsbasis. Wer dieselbe Marken-Qualität kompakt, mobil oder für den Balkon sucht, greift zum Kamado Joe Jr., der nach dem Preisrutsch auf rund 467 Euro deutlich attraktiver geworden ist.

Wer möglichst günstig in die Keramik-Welt einsteigen will, nimmt den BBQ-Toro Haiiro ab rund 165 Euro und lebt mit der einfacheren Verarbeitung. Für Familien, die einen vollwertigen Kamado zum fairen Preis suchen, sind der BBQ-Toro KURO Ø52 oder der zubehörreiche Kamado Bono Minimo die richtige Wahl; wer massive Keramik und wertige Ausstattung ohne Premium-Marke will, schaut auf den dickwandigen Kamado Forest.

Und für große Runden und ganze Braten führt am Kamado Bono Grande Ø59 kaum ein Weg vorbei. Egal welches Modell: Plane einen Deflektorstein und ein gutes Thermometer ein, wähle den Standort vor dem Kauf, heize langsam auf und löse dich von der Kohle-Denke des Kugelgrills – ein Kamado braucht wenig Brennstoff und viel Geduld beim Einregeln. Dann ist er der vielseitigste Grill, den man kaufen kann.

Betriebskosten

Folgekosten im Überblick: Kamado- & Keramikgrills

Grobe Betriebskosten eines Kamado-Grills (Schätzung, kein Test).
PostenAnnahmeKosten
Holzkohle pro Grillabendsehr sparsam dank Keramikca. 0,80–1,50 €
Holzkohle lange SessionLow & Slow, viele Stundenca. 2,00–4,00 €
Dichtung ersetzenbei Bedarf nach Jahrenca. 15–30 €
Reinigung / PflegeAsche, Rost, Abdeckungca. 5–10 €/Jahr

Grobe Orientierung — keine gemessenen Werte. Der Kamado ist dank Hitzespeicherung sehr sparsam im Kohleverbrauch. Eine Schutzhülle schützt die Keramik und verlängert die Lebensdauer.

Entscheidungshilfe

Kamado, Pelletgrill oder Kugelgrill: das richtige System

Der Kamado ist der Keramik-Allrounder. Die ehrliche Gegenüberstellung, damit du das richtige Gerät wählst.

Kamado passt, wenn …

  • du Grillen, Smoken und Backen in einem Gerät willst
  • dir hohe Hitze für Steak und Pizza wichtig ist
  • du Holzkohle und ihr Aroma magst
  • du ein langlebiges Gerät fürs Leben suchst

Anderer Grill passt besser, wenn …

  • du maximalen Komfort ohne Glut willst (Pelletgrill)
  • du nur klassisch grillen willst (Kugelgrill ist günstiger)
  • dir das Gewicht der Keramik zu viel ist
  • du ein knappes Budget hast

Unser Fazit: Für den vielseitigsten Allrounder mit hoher Hitze und Holzkohle-Aroma ist der Kamado ideal. Wer maximalen Komfort ohne Glut sucht, greift zum Pelletgrill; wer nur klassisch grillen will, fährt mit einem Kugelgrill günstiger.

Pflege & Langlebigkeit

Keramik heil halten: Pflege über viele Jahre

Ein gepflegter Kamado hält Jahrzehnte. Mit dieser Routine bleibt die Keramik heil und die Temperatursteuerung präzise.

  1. 1

    Keramik vor Temperaturschock schützen

    Den Kamado langsam aufheizen und abkühlen lassen und die heiße Keramik nie mit Wasser abschrecken. Plötzliche Temperaturwechsel können sie rissig machen.

  2. 2

    Asche regelmäßig entfernen

    Nach dem Abkühlen die Asche aus dem Unterteil räumen, damit die Zuluft frei bleibt und die Lüftung sauber funktioniert.

  3. 3

    Dichtung kontrollieren

    Die Deckeldichtung gelegentlich prüfen. Ist sie verschlissen und der Grill nicht mehr luftdicht, lässt sie sich preiswert ersetzen – wichtig für die exakte Temperatur.

  4. 4

    Ausbrennen statt schrubben

    Den Innenraum von Zeit zu Zeit kurz auf hohe Hitze bringen, um Reste zu veraschen. Aggressive Reiniger sind in der Keramik nicht nötig.

  5. 5

    Vor Witterung schützen

    Eine passende Schutzhülle hält Nässe und Frost ab. Trocken abgedeckt übersteht der Kamado auch den Winter problemlos.

Kaufberatung

Worauf du beim Kauf achten solltest

Größe nach Runde wählen

Kamados gibt es vom Mini (Ø32) bis groß (Ø64). Für Paare und Balkon reicht ein kleines Modell, für Familien Ø46 bis 52, für große Runden ab Ø59. Der Durchmesser bestimmt, wie viel gleichzeitig auf den Rost passt.

Keramikqualität und Wandstärke

Das wichtigste Qualitätsmerkmal. Dicke, hochwertige Keramik hält die Temperatur stabiler, gart gleichmäßiger und ist langlebiger. Premium-Modelle wie Kamado Joe oder der dickwandige Kamado Forest punkten hier besonders.

Lüftungssteuerung

Eine präzise regelbare Zu- und Abluft ist entscheidend, um von niedriger Smoke-Temperatur bis zur hohen Pizza-Hitze alles sauber einzustellen. Durchdachte Systeme erleichtern das Halten der Wunschtemperatur.

Dichtung und Verarbeitung

Eine gute Deckeldichtung macht den Grill luftdicht, damit die Lüftung wirkt. Achte auf saubere Verarbeitung, stabile Scharniere und passgenaue Teile – das entscheidet über Komfort und Langlebigkeit.

Zubehör und Lieferumfang

Deflektorstein, Rost-Erweiterungen und ein Untergestell mit Rollen erhöhen den Nutzen deutlich. Manche Modelle wie die Kamado-Bono-Sets bringen Zubehör direkt mit, anderes muss man nachkaufen.

Standfestigkeit und Gewicht

Keramik ist schwer. Ein stabiler Stand oder ein Wagen mit Rollen ist wichtig. Wer den Grill bewegen will, sollte auf ein tragbares Modell wie den Joe Jr. setzen, sonst bleibt der Kamado ortsfest.

Aus Fehlern lernen

4 häufige Fehler beim Kauf – und was besser ist

  • Die Temperatur zu schnell hochfahren und dann nicht mehr senken können.

    Langsam aufheizen und über die Lüftung früh gegenregeln. Ein Kamado ist träge – ist er erst zu heiß, dauert das Abkühlen lange.

  • Ohne Deflektorstein low & slow oder Pizza versuchen.

    Für indirektes Garen und Backen den Deflektorstein einsetzen, sonst verbrennt die Unterseite über der direkten Glut.

  • Die kalte Keramik mit Wasser abschrecken oder grob behandeln.

    Keramik nie abschrecken und vor Stößen schützen. Temperaturschocks und Schläge können sie rissig machen.

  • Zu viel Holzkohle einfüllen wie beim Kugelgrill.

    Sparsam befüllen – die Keramik hält die Hitze lange. Ein Kamado braucht deutlich weniger Kohle als ein offener Grill.

Quellen & Belege

Worauf sich diese Empfehlung stützt

Wir bündeln unabhängige Tests, Normen & Sicherheitsquellen, Fachmedien und verifizierte Käufer-Bewertungen. Wie wir die Schichten gewichten, steht in unserer Methodik.

Herangezogene Quellen (10)

  1. Tier 1TestStiftung Warentest
    Grills im Test - Pruefkriterien und Bewertungen ↗

    Themenseite zu Grills. Wir uebernehmen die etablierten Pruefkriterien (Grillergebnis, Handhabung, Sicherheit) als Massstab fuer unsere Auswertung der Keramikgrills.

  2. Tier 1SicherheitBundesinstitut fuer Risikobewertung (BfR)
    Kohlenmonoxid - unsichtbare Gefahr beim Heizen mit Holz ↗

    Grundlage fuer unseren Hinweis, Kamado-Grills (Holzkohle) wegen der CO-Bildung niemals in geschlossenen Raeumen oder Garagen zu betreiben.

  3. Tier 1NormDIN / DIN Media (Beuth)
    DIN EN 1860-1: Grillgeraete fuer feste Brennstoffe ↗

    Die Norm fuer Grillgeraete mit festen Brennstoffen (Holzkohle) - Anforderungen an Material und Sicherheit, die wir bei Keramikgrills voraussetzen.

  4. Tier 1SicherheitDeutscher Feuerwehrverband
    Rechtzeitige Warnung vor Kohlenmonoxid-Vergiftungen ↗

    Begruendet unsere Empfehlung zu CO-Meldern und Belueftung - gerade beim langen Low-&-Slow-Betrieb eines Kamado relevant.

  5. Tier 2TestETM Testmagazin
    5 Keramik-Grills im Vergleichstest ↗

    Unabhaengiger Vergleichstest von Kamado-/Keramikgrills (direktes/indirektes Grillen, US-BBQ). Dient uns als Abgleich der Staerken und Schwaechen mit den Herstellerangaben.

  6. Tier 2FachmediumGrillfuerst Magazin
    Keramikgrill Test - So findest du den besten Keramikgrill ↗

    Praxisorientierter Fachbeitrag zu Wandstaerke, Belueftung und Zubehoer - Kriterien, die wir in unserer Einordnung gewichten.

  7. Tier 2FachmediumGrillsportverein
    Kamado/Keramikgrill - Erfahrungen der Community ↗

    Praxiswissen aus der groessten deutschen Grill-Community zu Temperaturhaltung, Pizza bei 400 Grad und Low & Slow; Abgleich mit den Labortests.

  8. Tier 2HerstellerKamado Joe
    Kamado Joe Classic II & Joe Jr. ↗

    Herstellerangaben zu Keramik, Belueftungssystem und Zubehoer der Kamado-Joe-Picks (B01INNA89S, B00IJ74RBO). Solche Claims kennzeichnen wir als Herstellerangabe.

  9. Tier 2HerstellerBBQ-Toro
    BBQ-Toro Kamado Keramikgrills (Haiiro & KURO) ↗

    Herstellerangaben zu Groesse, Thermometer und Ausstattung der BBQ-Toro-Picks (B0CDWK12X9, B0DFHG9793) als guenstige Einstiegsmodelle.

  10. Tier 2HerstellerKamado Bono
    Kamado Bono Keramikgrills (Minimo & Grande) ↗

    Herstellerangaben zu Wandstaerke und mitgeliefertem Zubehoer der Kamado-Bono-Picks (B079SWJWHL, B0793S5XYS).

Externe Links öffnen die jeweilige Anbieter-Website; es gelten deren Bedingungen. Tier 1 = unabhängige Tests, Normen & amtliche Stellen · Tier 2 = Fachmedien & Hersteller-Technik · Tier 3 = verifizierte Käufer-Bewertungen.

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Häufige Fragen zu Kamado- & Keramikgrills

Welcher Kamado-Grill ist der beste?+

Für die meisten ist der Kamado Joe Classic II die beste Wahl: mit über 900 Bewertungen bei 4,7 Sternen der bestbewertete und meistgekaufte Keramikgrill und der Kategorie-Benchmark. Wer das System kompakt will, nimmt den Kamado Joe Jr., den günstigsten Einstieg liefert der BBQ-Toro Haiiro ab rund 165 €.

Was kann ein Kamado, was ein normaler Grill nicht kann?+

Dank der dicken Keramik speichert ein Kamado Hitze über Stunden und deckt alles ab: Steak bei großer Hitze, Pulled Pork low & slow und sogar Pizza und Brot backen. Ein Gerät ersetzt Grill, Smoker und Backofen – und das mit sehr wenig Holzkohle.

Wie viel Holzkohle braucht ein Kamado?+

Deutlich weniger als ein offener Grill. Weil die Keramik die Wärme hält, reicht eine sparsame Füllung oft für einen ganzen Abend, bei Low & Slow sogar für viele Stunden. Lieber zu wenig als zu viel einfüllen. Verwende große Stücke naturbelassene Holzkohle statt Briketts mit Bindemitteln – sie glüht länger und sauberer.

Welche Größe sollte ein Kamado haben?+

Nach deiner üblichen Runde: Ein Mini (Ø32) reicht für Balkon und zwei Personen, mittlere Modelle (Ø40 bis 52) für Familien, große ab Ø59 für viele Gäste und ganze Braten. Ein zu kleiner Kamado lässt sich nicht erweitern. Bedenke auch das Gewicht – große Modelle wiegen oft über 80 kg und brauchen einen festen Standplatz.

Kamado oder Pelletgrill – was ist besser?+

Der Kamado ist der vielseitigere Allrounder mit hoher Hitze und Holzkohle-Aroma, braucht aber etwas Übung bei der Lüftung. Der Pelletgrill ist komfortabler und regelt die Temperatur automatisch, erreicht aber weniger Spitzenhitze. Für Vielfalt spricht der Kamado, für Komfort der Pelletgrill.

Was kostet ein guter Kamado-Grill?+

Die Spanne reicht von rund 165 bis 1.600 Euro. Um 165 bis 470 Euro bekommst du Mini- und Einstiegsmodelle für zwei bis drei Personen. Der Standardbereich liegt zwischen 470 und 950 Euro – dort ist genug Durchmesser für Deflektorstein und Grillgut vorhanden. Über 1.000 Euro zahlst du für Verarbeitung, Dichtungen, Beschläge und Garantie, nicht für bessere Grillergebnisse.

Lohnt sich ein Kamado gegenüber einem Kugelgrill?+

Nur, wenn du seine Stärken nutzt. Ein Kamado hält 110 Grad über zwölf bis achtzehn Stunden mit einer Kohlefüllung, ist unempfindlich gegen Kälte und Wind und schafft über 350 Grad für Pizza. Wer überwiegend Steaks und Würstchen an Sommerabenden grillt, bekommt mit einem 200-Euro-Kugelgrill dasselbe Ergebnis – schneller aufgeheizt und transportabel.

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