Gaskartusche fürs Camping: CV, CP & Stechkartusche erklärt
Stech-, Ventil- oder Schraubkartusche? Das Kartuschen-Wirrwarr verunsichert viele. Wir haben Hersteller-Angaben und Camping-Communities ausgewertet und erklären die Systeme verständlich – damit dein Campinggrill den passenden Nachschub bekommt.
- Synthese aus 3 Quellen-Schichten
- Tests · DIN/EN-Normen · Bewertungen
- Redaktion: Bastian Saupe
Recherche & Synthese: Bastian Saupe · neutral aufbereitet nach unserer Methodik · Stand 07. Juni 2026
Kurz & knapp
Camping-Gasgrills laufen je nach Modell mit unterschiedlichen Kartuschen: Stechkartuschen, Ventilkartuschen (oft als CP bezeichnet) oder Schraubkartuschen (CV). Die Systeme sind nicht untereinander kompatibel – entscheidend ist, welchen Anschluss dein Grill hat.
Vor dem Kauf von Nachschub also immer prüfen, welches System dein Gerät verlangt. Wir verkaufen keine Kartuschen, sondern erklären die Systeme; konkrete Produkte findest du im Brennstoff-Bereich unter Gasflaschen & Kartuschen. Wir werten dafür Hersteller-Angaben und Camping-Communities aus.
Kurz gesagt: Es gibt drei nicht kompatible Kartuschensysteme – Schraub-, Steck- und Bajonettkartuschen. Welche dein Gerät braucht, steht in der Bedienungsanleitung, nicht auf dem Bild der Verpackung. Ventilkartuschen mit Schraubgewinde (EN 417) sind der verbreitetste, jederzeit abnehmbare Standard; Stechkartuschen sind am günstigsten, aber erst entnehmbar, wenn sie leer sind; Bajonett-Systeme wie Campingaz CV sind eine eigene Bauart.
Die drei Kartuschen-Systeme
Es gibt grob drei gängige Bauformen. Stechkartuschen werden einmalig angestochen und bleiben bis zur Leerung am Gerät – günstig, aber nicht zwischendurch abnehmbar. Ventilkartuschen (häufig CP, z. B. CP250/CP500) haben ein Ventil und lassen sich abnehmen und wieder ansetzen. Schraubkartuschen (CV, z. B. CV300/CV470) werden auf ein Gewinde geschraubt und sind ebenfalls abnehmbar.
Die Buchstaben CV und CP stammen aus dem Campingaz-System und haben sich als gängige Kürzel etabliert: CV steht für die Schraub-, CP für die Steck-/Ventilvariante. Wichtig ist weniger der Name als der physische Anschluss deines Grills.
Die drei Kartuschen-Systeme im Überblick: Erstens die Ventil-Schraubkartusche (Threaded, EN 417) mit 7/16-Zoll-Gewinde – der internationale Outdoor-Standard, jederzeit abnehmbar, auch halbleer, ideal für Kocher und viele Grills. Zweitens die Stechkartusche (Pierceable, MSF-1a), die angestochen und erst leer wieder entnommen wird – am günstigsten und weit verbreitet bei einfachen Geräten. Drittens Bajonett-/Klick-Systeme wie Campingaz CV, die mit einer Drehbewegung einrasten.
CV-Schraub vs. CP-Steck
CV-Schraubkartuschen werden auf ein Ventilgewinde geschraubt und lassen sich sicher abnehmen, auch wenn sie noch nicht leer sind – praktisch für Geräte, die man oft transportiert. CP-Steck-/Ventilkartuschen werden aufgesteckt und eingerastet und sind ebenfalls wechselbar, aber an das jeweilige Stecksystem gebunden.
Welches System besser ist, hängt vom Gerät ab – beide sind abnehmbar und damit komfortabler als Stechkartuschen. Entscheidend bleibt: Dein Grill diktiert das System. Ein CV-Grill nimmt keine CP-Kartusche und umgekehrt. Adapter gibt es, sie sind aber mit Vorsicht und nur nach Herstellerfreigabe zu verwenden.
CV-Schraub gegen CP-Steck ist die häufigste Verwechslung bei Campingaz: Die CV-Kartuschen (etwa CV 300, CV 470) sind Ventilkartuschen mit Bajonettanschluss, jederzeit abnehmbar. Die CP-Kartuschen (etwa CP 250) sind Steck-Ventilkartuschen für kleine Lampen und Kocher. Beide sind nicht untereinander kompatibel. Wer ein Campingaz-Gerät hat, prüft genau, welchen Anschluss es braucht – CV und CP sehen ähnlich aus, passen aber nicht zusammen.
Stechkartuschen
Stechkartuschen sind die günstigste und am weitesten verbreitete Variante bei einfachen Campingkochern und manchen Grills. Sie werden in das Gerät eingelegt und beim ersten Einsatz angestochen. Der Nachteil: Solange sie angestochen ist, lässt sie sich nicht gefahrlos abnehmen – sie bleibt bis zur Leerung am Gerät.
Für gelegentliches Grillen sind sie unkompliziert und billig. Wer das Gerät oft transportiert oder die Kartusche zwischendurch wechseln will, ist mit abnehmbaren Ventil- oder Schraubkartuschen besser bedient. Auch hier gilt: nur das vom Gerät vorgesehene System verwenden.
Stechkartuschen (MSF-1a) sind die günstigste und einfachste Bauart: Das Gerät sticht die Kartusche beim Einsetzen an, und ab da darf sie nicht mehr entfernt werden, bis sie vollständig leer ist – sonst entweicht Gas. Das macht sie unpraktisch für Geräte, die man zwischendurch verstauen will, aber ideal für einfache Einweg-Anwendungen. Sie sind weit verbreitet, günstig und überall erhältlich, aber der Zwang zum Leerbrennen ist ihr größter Nachteil.
Worauf du beim Kauf achtest
Der wichtigste Schritt vor jedem Kartuschenkauf: in der Anleitung deines Grills nachsehen, welches System und welche Größe er verlangt. Steht dort CV, brauchst du Schraubkartuschen; steht dort CP oder ein Stecksystem, die passende Ventilkartusche; bei einfachen Geräten oft Stechkartuschen.
Plane für die Reise genug Nachschub ein und prüfe, ob das System am Reiseziel erhältlich ist – im Ausland sind teils andere Standards verbreitet. Konkrete Kartuschen-Produkte und Größen findest du im Brennstoff-Bereich unter Gasflaschen & Kartuschen. Wie lange eine Kartusche reicht, behandeln wir in einem eigenen Ratgeber.
Worauf du beim Kauf achtest: Erstens die exakte Anschlussart deines Geräts aus der Bedienungsanleitung – nicht raten, weil die Systeme nicht kompatibel sind. Zweitens die Gasmischung: Propan-reiche Kartuschen für Kälte, Butan reicht für den Sommer. Drittens die Verfügbarkeit am Reiseziel, weil nicht überall jeder Typ erhältlich ist. Und viertens eine Reserve, weil unterwegs Nachschub knapp sein kann. Die verschiedenen Bauformen zeigt der Gasflaschen-und-Kartuschen-Vergleich.
Sicherheit & Lagerung
Gaskartuschen gehören kühl und gut belüftet gelagert, niemals in der prallen Sonne oder im heißen Auto – Hitze erhöht den Druck im Behälter. Den Wechsel immer im Freien und fern von Zündquellen vornehmen und nach festem Sitz der Verbindung auf Dichtheit achten.
Beschädigte oder rostige Kartuschen nicht mehr verwenden. Leere Kartuschen über die vorgesehenen Sammelstellen entsorgen, nicht in den Hausmüll. Diese Hinweise sind eine allgemeine Orientierung; verbindlich sind die Sicherheitshinweise des Geräte- und Kartuschenherstellers.
Sicherheit und Lagerung sind bei Gaskartuschen kein Nebenthema: Kartuschen immer stehend, kühl und trocken lagern, nie in der prallen Sonne oder im heißen Auto (Explosionsgefahr durch Überdruck). Angestochene Stechkartuschen nicht transportieren. Den Anschluss vor dem Einsetzen auf Beschädigung prüfen und nach Gasgeruch nie mit offener Flamme suchen, sondern mit Seifenlauge. Leere Kartuschen gehören in den Wertstoffhof, nicht in den Hausmüll.
Schraubkartusche nach EN417
Die Schraubkartusche mit dem genormten 7/16-Zoll-Gewinde (EN417) ist der Standard bei Outdoor-Kochern. Du bekommst sie in jedem Outdoor-Laden und vielen Baumärkten, und der Kocher wird einfach aufgeschraubt – dicht, stabil und während des Betriebs abnehmbar.
Diese Ventilkartuschen sind nicht wiederbefüllbar und werden pro Gramm Gas umso teurer, je kleiner die Füllmenge ist. Für regelmäßige Touren lohnen sich daher größere Kartuschen, für kurze Trips reicht die kleine.
Die Schraubkartusche nach EN 417 ist der Goldstandard fürs Camping: Das genormte 7/16-Zoll-Gewinde ist international verbreitet, sodass Kartuschen verschiedener Marken auf Geräte verschiedener Hersteller passen. Der Ventilverschluss erlaubt das jederzeitige Abnehmen, auch bei halbvoller Kartusche – ideal für den Transport und die Lagerung zwischen den Einsätzen. Für Vielcamper und alle, die flexibel bleiben wollen, ist das EN-417-System die praktischste Wahl.
Gas-Lock und Sicherheit
Moderne Kartuschen müssen nach EN417 in der Fassung von 2012 ein selbstdichtendes Ventil besitzen, das sogenannte Gas-Lock-System. Es verhindert, dass beim Abschrauben des Kochers unkontrolliert Gas austritt.
Achte trotzdem auf Sauberkeit am Anschluss: Schmutz, Fett oder Etikettenreste an der Dichtfläche können die Dichtung beeinträchtigen. Wechsle Kartuschen immer im Freien und fern von offenen Flammen.
Ein Sicherheitsdetail sind selbstdichtende Ventile: Hochwertige Ventilkartuschen und -geräte verschließen sich beim Abnehmen automatisch, sodass kein Gas entweicht. Bei Stechkartuschen fehlt dieser Schutz – deshalb der Zwang zum Leerbrennen. Beim Einsetzen der Kartusche auf einen festen, dichten Sitz achten und mit Seifenlauge auf Blasen prüfen. Ein zischendes Geräusch oder Gasgeruch zeigt eine undichte Verbindung, die sofort behoben werden muss.
Adapter und Kompatibilität
Es gibt mehrere konkurrierende Normen nebeneinander: EN417-Schraubventil, Stechkartuschen vom Typ C206 und Bajonett-Ventilkartuschen wie die CV300 mit Easy-Clic. Welche du brauchst, hängt allein vom Anschluss deines Kochers ab.
Adapter zwischen den Systemen existieren, sind aber mit Vorsicht zu genießen – einige Stech-auf-Schraub-Adapter wurden aus Sicherheitsgründen vom Markt genommen. Sicherer ist, von vornherein Kartuschen zu kaufen, die zum Gerät passen.
Adapter versprechen Kompatibilität zwischen den Systemen, sind aber mit Vorsicht zu genießen: Es gibt Adapter, um etwa Schraubkartuschen an Bajonettgeräte anzuschließen, aber nicht jeder ist geprüft und sicher. Ein schlecht sitzender Adapter ist ein Leckrisiko. Im Zweifel lieber die passende Original-Kartusche für das Gerät verwenden, statt mit Adaptern zu improvisieren. Wer viel reist, wählt Geräte mit dem verbreiteten EN-417-Schraubanschluss, um Adapter überhaupt zu vermeiden.
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Häufige Fragen
Welche Gaskartusche braucht mein Campinggrill?+
Das hängt vom Anschluss deines Geräts ab: Stechkartusche, Ventilkartusche (CP) oder Schraubkartusche (CV). Die Systeme sind nicht kompatibel. Sieh in der Anleitung deines Grills nach, welches System und welche Größe er verlangt. Stechkartuschen sind günstig, lassen sich aber nicht wieder verschließen – Schraub- und Ventilkartuschen schon.
Was ist der Unterschied zwischen CV und CP?+
CV bezeichnet Schraubkartuschen, die auf ein Ventilgewinde geschraubt werden, CP die Steck-/Ventilvariante zum Aufstecken. Beide sind abnehmbar, aber nicht untereinander kompatibel. Die Kürzel stammen aus dem Campingaz-System. Im Ausland sind Schraubkartuschen nach EN 417 am weitesten verbreitet. Vor einer Reise lohnt der Blick, welches System im Zielland gängig ist.
Kann ich eine Stechkartusche abnehmen, wenn sie noch nicht leer ist?+
Nein, das ist nicht sicher möglich. Eine angestochene Stechkartusche bleibt bis zur Leerung am Gerät. Wer zwischendurch wechseln will, braucht abnehmbare Ventil- oder Schraubkartuschen. Eine angestochene Stechkartusche daher immer leer grillen, bevor man das Gerät verstaut. Der Reststand lässt sich durch leichtes Schütteln grob abschätzen.
Wo finde ich die passenden Kartuschen?+
Konkrete Kartuschen-Produkte und Größen findest du in unserem Brennstoff-Bereich unter Gasflaschen & Kartuschen. Wichtig ist, das vom Grill vorgesehene System zu wählen und genug Nachschub für die Reise einzuplanen. Prüfe vorab, ob dein Kartuschen-System am Reiseziel überhaupt erhältlich ist.
Sind Gaskartuschen verschiedener Marken austauschbar?+
Nur eingeschränkt. Schraubkartuschen nach EN 417 mit dem gängigen 7/16-Zoll-Gewinde passen markenübergreifend, Ventilkartuschen und Stechkartuschen sind oft an ein System gebunden. Prüfe vor dem Kauf den Anschluss deines Geräts. Im Zweifel hilft ein Blick in die Bedienungsanleitung oder auf die Kartusche selbst.
Wie lagere ich Gaskartuschen sicher?+
Kartuschen kühl, trocken und gut belüftet lagern, nie in der prallen Sonne, im heißen Auto oder im Keller unter Erdgleiche, weil austretendes Gas schwerer als Luft ist. Aufrecht stehend und vor Beschädigung geschützt aufbewahren. Angestochene Stechkartuschen bleiben bis zur Leerung am Gerät.
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