Anzündkamin richtig benutzen: die einfache Anleitung
Der Anzündkamin ist der schnellste, sauberste Weg zu perfekter Glut – ganz ohne Spiritus und Brandbeschleuniger. Hier erfährst du Schritt für Schritt, wie es geht, wie viel Kohle du brauchst und worauf du achten musst.
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- Redaktion: Bastian Saupe
Recherche & Synthese: Bastian Saupe · neutral aufbereitet nach unserer Methodik · Stand 06. Juni 2026
Was ist ein Anzündkamin?
Ein Anzündkamin ist ein einfacher Metallzylinder mit Griff und einem Rost im Inneren. Du füllst oben Kohle oder Briketts ein, entzündest unten ein bis zwei Anzünder, und der Kamineffekt erledigt den Rest: Die aufsteigende Hitze zieht Luft von unten nach oben und bringt die gesamte Füllung gleichmäßig zum Glühen.
Der Vorteil gegenüber Spiritus oder Brandpaste: Es geht schneller, gleichmäßiger und vor allem ohne gefährliche Brandbeschleuniger und ohne chemische Fehlaromen am Grillgut.
Schritt für Schritt
Erstens: Stelle den Anzündkamin auf eine feuerfeste, ebene Fläche – zum Beispiel auf den Kohlerost deines Grills oder auf Steinplatten. Niemals auf ein Holzdeck oder direkt auf Rasen.
Zweitens: Lege ein bis zwei feste Anzünder (Holzwolle oder Wachswürfel) darunter und entzünde sie. Verzichte auf flüssige Brandbeschleuniger.
Drittens: Fülle Kohle oder Briketts von oben ein und stelle den Kamin über die brennenden Anzünder. Jetzt heißt es warten.
Viertens: Nach rund 15 bis 20 Minuten (Kohle) beziehungsweise 20 bis 30 Minuten (Briketts) ist die Glut bereit. Erkennbar daran, dass die oberen Stücke grau überzogen sind und rötlich glühen.
Fünftens: Kippe die Glut vorsichtig in den Grill – je nach Vorhaben gleichmäßig verteilt fürs direkte Grillen oder einseitig für zwei Hitzezonen.
Sechstens: Lege den heißen Kamin auf eine feuerfeste Fläche zum Auskühlen und beginne zu grillen.
Wie viel Kohle kommt rein?
Ein Standard-Anzündkamin fasst rund 1,5 bis 2 Kilogramm Kohle – das entspricht ungefähr der Menge für eine Familienrunde auf einem 47- bis 57-cm-Kugelgrill. Für kleine Runden reicht oft eine halbe Füllung, für große Runden oder lange Sessions zündest du anderthalb bis zwei Füllungen nacheinander.
Faustregel: Lieber den Kamin gut füllen, denn eine zu kleine Glutmenge wird nicht richtig heiß und kühlt schnell aus. Übrige Glut lässt sich am Ende durch Schließen der Lüftungsschieber ersticken und beim nächsten Mal weiterverwenden.
Anzünden ohne Kamin
Kein Kamin zur Hand? Dann baust du die Kohle als kleinen Hügel oder als Pyramide auf, legst feste Anzünder hinein und entzündest sie. Sobald die innersten Stücke glühen, schichtest du nach und verteilst die Glut, wenn sie gleichmäßig grau ist.
Das funktioniert, dauert aber länger und wird selten so gleichmäßig wie mit Kamin. Worauf du in jedem Fall verzichten solltest: Spiritus und Benzin. Sie verpuffen schlagartig, sind brandgefährlich und hinterlassen Fehlaromen. Wer regelmäßig grillt, fährt mit einem Anzündkamin auf Dauer einfacher und sicherer.
Sicherheit
Der Kamin wird komplett glühend heiß – immer hitzefeste Handschuhe tragen und nur am isolierten Griff anfassen. Stelle ihn windgeschützt und kippsicher auf, fern von Kindern, Haustieren und allem Brennbaren.
Nach dem Auskippen ist der Kamin noch lange heiß: auf eine feuerfeste Fläche stellen, nicht auf Holz oder Kunststoff. Grille nie unbeaufsichtigt und halte für den Notfall eine Löschdecke oder einen Eimer Sand bereit. Asche erst entsorgen, wenn sie nach ein bis zwei Tagen vollständig erkaltet ist, und zwar in einem Metallbehälter.
Worauf beim Kauf achten?
Achte auf stabiles, ausreichend dickes Blech – dünne Modelle verziehen sich mit der Zeit und rosten schnell. Ein hitzeisolierter Griff und ein zusätzlicher Hitzeschutz oder Spritzschutz erhöhen die Sicherheit beim Auskippen spürbar.
Die Größe richtet sich nach deinem Grill: Für Kugelgrills passt ein Standardkamin, für kleine Balkongrills gibt es kompakte Varianten. Ein bodenseitiger Rost mit guter Belüftung sorgt für den nötigen Kamineffekt. Modelle mit zwei Griffen lassen sich beim Auskippen besser kontrollieren.
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Häufige Fragen
Wie lange dauert es, bis die Kohle im Anzündkamin bereit ist?+
Mit Holzkohle ist die Glut meist nach rund 15 bis 20 Minuten bereit, mit Briketts dauert es eher 20 bis 30 Minuten. Erkennbar ist der richtige Zeitpunkt daran, dass die oberen Stücke von einer grauen Ascheschicht überzogen sind und rötlich glühen. Erst dann auskippen und mit dem Grillen beginnen.
Wie viel Kohle passt in einen Anzündkamin?+
Ein Standard-Anzündkamin fasst rund 1,5 bis 2 Kilogramm Kohle, also etwa die Menge für eine Familienrunde auf einem mittelgroßen Kugelgrill. Für kleine Runden genügt eine halbe Füllung, für große Runden oder lange Sessions zündest du nacheinander mehrere Füllungen. Lieber gut füllen, eine zu kleine Glutmenge wird nicht richtig heiß.
Brauche ich Anzünder oder reicht Papier?+
Feste Anzünder aus Holzwolle oder Wachs sind am zuverlässigsten und geruchsneutral. Zeitungspapier funktioniert notdürftig, verbrennt aber schnell, fliegt als Asche umher und entzündet die Kohle oft nicht vollständig. Auf flüssige Brandbeschleuniger wie Spiritus solltest du in jedem Fall verzichten, sie sind gefährlich und hinterlassen Fehlaromen.
Kann ich einen Anzündkamin auf dem Balkon benutzen?+
Grundsätzlich ja, sofern Grillen bei dir erlaubt ist und du genug Sicherheitsabstand zu Wand, Markise und Brennbarem hast. Stelle den Kamin auf eine feuerfeste, ebene und windgeschützte Fläche. Beachte Mietvertrag und Hausordnung, viele schreiben raucharmes Grillen vor. Im Zweifel klärst du es vorab schriftlich mit dem Vermieter.
Wie kühlt der Anzündkamin sicher ab?+
Nach dem Auskippen ist der Kamin noch lange sehr heiß. Stelle ihn auf eine feuerfeste Fläche wie Stein oder Beton, niemals auf Holz, Kunststoff oder Rasen. Fasse ihn nur mit hitzefesten Handschuhen am Griff an. Lass ihn vollständig auskühlen, bevor du ihn wegräumst, das dauert je nach Größe eine ganze Weile.
Kann ich übrige Glut weiterverwenden?+
Ja. Schließe nach dem Grillen die Lüftungsschieber des Grills komplett, dann erstickt die Restglut aus Sauerstoffmangel. Die unverbrannte, abgekühlte Kohle ist voll brennfähig und lässt sich beim nächsten Mal problemlos weiterverwenden. Das spart bei jeder Grillrunde Geld. Achte nur darauf, dass die Glut wirklich vollständig erloschen und kalt ist.
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