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Gegrilltes Fleisch wird am BBQ mit Gabel und Messer aufgeschnitten
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Indirektes Grillen mit dem Gasgrill – einfach erklärt

Der wichtigste Trick für alles, was größer ist als eine Wurst – speziell für den Gasgrill erklärt. Wir zeigen dir, wie du über die regelbaren Brenner in 30 Sekunden zwei Hitzezonen aufbaust, wann du sie brauchst und warum der Deckel der heimliche Star ist.

  • Synthese aus 3 Quellen-Schichten
  • Tests · DIN/EN-Normen · Bewertungen
  • Redaktion: Bastian Saupe
BS

Recherche & Synthese: Bastian Saupe · neutral aufbereitet nach unserer Methodik · Stand 03. November 2026

Brenner aus, Grillgut darüber: das Prinzip am Gasgrill

Direktes Grillen heißt: Das Grillgut liegt genau über der eingeschalteten Flamme – ideal für dünne, schnelle Sachen wie Würstchen, Steaks oder Gemüse. Indirektes Grillen heißt: Das Grillgut liegt neben der Hitzequelle, nicht darüber. Der Grill wird so zum Backofen.

Statt von unten mit voller Power gegart zu werden, gart das Fleisch sanft in der zirkulierenden heißen Luft. Genau das brauchst du für alles, was innen durch sein muss, ohne außen zu verbrennen – also für die meisten richtig guten Gerichte.

So baust du zwei Zonen auf

Das ist der ganze Trick – und beim Gasgrill ist er in Sekunden gemacht: Du schaltest einen Teil der Brenner an und einen Teil aus. Über den eingeschalteten Brennern hast du die direkte, heiße Zone. Über den ausgeschalteten Brennern hast du die indirekte, sanfte Zone.

Bei einem 2-Brenner machst du einen an, einen aus. Bei einem 3- oder 4-Brenner lässt du die äußeren an und die Mitte aus – dann liegt das Grillgut mittig im sanften Bereich. Das untenstehende Diagramm zeigt das Prinzip auf einen Blick.

2-Zonen-Grillen mit zwei BrennernDirekte ZoneBrenner AN · scharf anbratenIndirekte ZoneBrenner AUS · sanft garen
Mit zwei getrennt regelbaren Brennern baust du beide Zonen gleichzeitig: links scharf anbraten, rechts bei geschlossenem Deckel durchziehen lassen.

Haube geschlossen: warum der Gasgrill erst so zum Umluftofen wird

Indirektes Grillen funktioniert nur mit geschlossenem Deckel. Erst dann staut sich die heiße Luft und umströmt das Grillgut von allen Seiten – wie im Backofen. Bei offenem Deckel verpufft die Hitze nach oben und es passiert kaum etwas.

Deshalb gilt: Deckel zu und möglichst geschlossen lassen. Jedes Aufklappen kostet Hitze und verlängert die Garzeit. Ein eingebautes Deckelthermometer hilft dir, die Temperatur im Blick zu behalten, ohne ständig nachzuschauen.

Braten, Hähnchen, Kuchen: was in die indirekte Zone gehört

Immer dann, wenn etwas zu dick oder zu groß ist, um es direkt durchzugaren, ohne dass die Außenseite verkohlt. Klassiker sind: ganzes Hähnchen und Hähnchenschenkel, Spareribs, Pulled Pork, Braten und große Fleischstücke, aber auch ganze Fische oder ein Auflauf.

Sehr beliebt ist die Kombination: Steak zuerst direkt über voller Hitze scharf anbraten (Kruste!), dann auf die indirekte Seite legen und bei geschlossenem Deckel auf den gewünschten Punkt ziehen lassen. So wird es außen knusprig und innen perfekt – das gelingt nur mit zwei Zonen.

Garraum zwischen 150 und 180 Grad: die Zielwerte für indirektes Garen

Für die meisten indirekten Gerichte zielst du auf 150 bis 180 °C im Garraum – das misst du am Deckelthermometer, das allerdings oben unter der Haube sitzt und eher zu viel anzeigt (warum, steht unter Gasgrill-Temperatur und Garzeiten). Geflügel verträgt und braucht eher die obere Hälfte, große Stücke wie Pulled Pork garst du bewusst niedriger und länger.

Verlass dich beim Fleisch nicht auf die Uhr, sondern auf die Kerntemperatur. Ein einfaches Einstichthermometer ist hier Gold wert: Geflügel ist laut Bundesinstitut für Risikobewertung erst sicher, wenn der Kern mindestens zwei Minuten lang 70 °C erreicht; die Weber-Garzeitentabelle nennt für ganze Hähnchen 80 °C. Ein Rinderbraten bleibt je nach gewünschter Garstufe deutlich darunter. So triffst du den Punkt zuverlässig.

Wo indirektes Grillen am Gasgrill schiefgeht

Erstens: den Deckel offen lassen – dann funktioniert indirektes Grillen schlicht nicht. Zweitens: zu oft aufklappen und ins Fleisch stechen, das kostet Hitze und Saft. Drittens: alle Brenner anlassen und sich wundern, dass nichts indirekt wird – eine Zone muss aus sein.

Und der häufigste: zu ungeduldig sein. Indirektes Grillen dauert länger als direktes – das ist gewollt. Plane die Zeit ein, dann belohnt dich das Ergebnis.

Welche Brenner an, welche aus?

Indirekte Hitze entsteht, wenn das Grillgut nicht direkt über der Flamme liegt. Bei einem 2-Brenner-Gasgrill schaltest du dazu einen Brenner ganz aus und legst das Grillgut auf dessen Seite. Bei drei oder mehr Brennern lässt du die äußeren an und schaltest den oder die mittleren aus.

Der Deckel bleibt dabei geschlossen, damit der Grill wie ein Umluftofen arbeitet. Über die eingeschalteten Brenner regelst du die Temperatur im Garraum nach oben oder unten – das Grillgut bekommt nur die umströmende Hitze ab, nicht die direkte Flamme.

Moderat indirekt oder Low and Slow

Indirekt ist nicht gleich indirekt. Für Hähnchen, ganze Fische, Aufläufe oder Geflügelteile arbeitest du klassisch bei rund 160 bis 190 Grad – heiß genug für knusprige Haut, schonend genug fürs Durchgaren.

Für echtes Barbecue wie Spareribs, Pulled Pork oder Brisket gehst du in den Low-and-Slow-Bereich von etwa 110 bis 130 Grad über mehrere Stunden. Hier zählt Geduld: Bindegewebe und Fett brauchen Zeit, um zart zu werden.

Kerntemperatur als Ziel

Beim indirekten Grillen steuerst du nicht über die Uhr, sondern über die Kerntemperatur. Geflügel sollte am Ende rund 75 bis 85 Grad im Kern erreichen, damit es sicher durch und trotzdem saftig ist.

Ein Einstichthermometer nimmt dir das Rätselraten ab. Gerade bei großen Stücken lohnt es sich, schon vor dem Zielwert zu messen und den Grill notfalls etwas herunterzuregeln, statt am Ende übergart zu sein.

Quellen & Belege

Worauf dieser Ratgeber sich stützt

Amtliche Stellen, Normen und Fachmedien – jede Quelle trägt die zitierte Aussage selbst. Wie wir gewichten, steht in unserer Methodik.

  1. Tier 2HerstellerWeber (abgerufen 03.11.2026)
    Garzeitentabelle & Kerntemperaturen ↗

    Ganzes Hähnchen ca. 1,2 kg indirekt 180 °C 50–60 Min., Kern 80 °C.

  2. Tier 1SicherheitBfR – Bundesinstitut für Risikobewertung (FAQ)
    Campylobacter – der Durchfall-Erreger findet sich oft auf Geflügelfleisch ↗

    Abtötung bei mindestens zwei Minuten 70 °C im Kern des Lebensmittels.

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Häufige Fragen

Was bedeutet indirektes Grillen?+

Beim indirekten Grillen liegt das Grillgut neben der Hitzequelle statt darüber. Der Grill arbeitet bei geschlossenem Deckel wie ein Backofen und gart das Essen sanft von allen Seiten – ideal für große oder dicke Stücke. So gelingen ganze Braten und Geflügel, ohne dass die Außenseite verbrennt.

Wie stelle ich indirektes Grillen am Gasgrill ein?+

Du schaltest einen Teil der Brenner an und einen Teil aus. Beim 2-Brenner einen an, einen aus; beim 3- oder 4-Brenner die äußeren an und die Mitte aus. Das Grillgut liegt dann über den ausgeschalteten Brennern. Eine Wasserschale in der indirekten Zone hält das Grillgut zusätzlich saftig.

Muss der Deckel beim indirekten Grillen zu sein?+

Ja, unbedingt. Nur mit geschlossenem Deckel staut sich die heiße Luft und umströmt das Grillgut. Bei offenem Deckel entweicht die Hitze nach oben und es funktioniert nicht. Der geschlossene Deckel macht aus dem Grill überhaupt erst einen Konvektionsofen.

Welche Temperatur ist beim indirekten Grillen richtig?+

Meist 150 bis 180 °C im Garraum, ablesbar am Deckelthermometer. Verlass dich beim Fleisch zusätzlich auf die Kerntemperatur – Geflügel braucht laut BfR mindestens 70 °C für zwei Minuten im Kern, Weber nennt für ganze Hähnchen 80 °C. Das Deckelthermometer zeigt die Garraum-, das Einstichthermometer die Kerntemperatur – beides nutzen.

Was grillt man indirekt?+

Alles, was zu groß oder dick zum direkten Durchgaren ist: ganzes Hähnchen, Spareribs, Pulled Pork, Braten, große Fleischstücke, ganze Fische. Auch Steaks zieht man nach dem scharfen Anbraten indirekt auf den Punkt. Diese 2-Zonen-Technik ist der zuverlässigste Weg zum perfekten Steak.

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