Indirektes Grillen mit dem Gasgrill – einfach erklärt
Der wichtigste Trick für alles, was größer ist als eine Wurst – speziell für den Gasgrill erklärt. Wir zeigen dir, wie du über die regelbaren Brenner in 30 Sekunden zwei Hitzezonen aufbaust, wann du sie brauchst und warum der Deckel der heimliche Star ist.
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- Redaktion: Bastian Saupe
Recherche & Synthese: Bastian Saupe · neutral aufbereitet nach unserer Methodik · Stand 07. Juni 2026
Was ist indirektes Grillen?
Direktes Grillen heißt: Das Grillgut liegt genau über der eingeschalteten Flamme – ideal für dünne, schnelle Sachen wie Würstchen, Steaks oder Gemüse. Indirektes Grillen heißt: Das Grillgut liegt neben der Hitzequelle, nicht darüber. Der Grill wird so zum Backofen.
Statt von unten mit voller Power gegart zu werden, gart das Fleisch sanft in der zirkulierenden heißen Luft. Genau das brauchst du für alles, was innen durch sein muss, ohne außen zu verbrennen – also für die meisten richtig guten Gerichte.
So baust du zwei Zonen auf
Das ist der ganze Trick – und beim Gasgrill ist er in Sekunden gemacht: Du schaltest einen Teil der Brenner an und einen Teil aus. Über den eingeschalteten Brennern hast du die direkte, heiße Zone. Über den ausgeschalteten Brennern hast du die indirekte, sanfte Zone.
Bei einem 2-Brenner machst du einen an, einen aus. Bei einem 3- oder 4-Brenner lässt du die äußeren an und die Mitte aus – dann liegt das Grillgut mittig im sanften Bereich. Das untenstehende Diagramm zeigt das Prinzip auf einen Blick.
Warum der Deckel zu muss
Indirektes Grillen funktioniert nur mit geschlossenem Deckel. Erst dann staut sich die heiße Luft und umströmt das Grillgut von allen Seiten – wie im Backofen. Bei offenem Deckel verpufft die Hitze nach oben und es passiert kaum etwas.
Deshalb gilt: Deckel zu und möglichst geschlossen lassen. Jedes Aufklappen kostet Hitze und verlängert die Garzeit. Ein eingebautes Deckelthermometer hilft dir, die Temperatur im Blick zu behalten, ohne ständig nachzuschauen.
Wann du indirekt grillst
Immer dann, wenn etwas zu dick oder zu groß ist, um es direkt durchzugaren, ohne dass die Außenseite verkohlt. Klassiker sind: ganzes Hähnchen und Hähnchenschenkel, Spareribs, Pulled Pork, Braten und große Fleischstücke, aber auch ganze Fische oder ein Auflauf.
Sehr beliebt ist die Kombination: Steak zuerst direkt über voller Hitze scharf anbraten (Kruste!), dann auf die indirekte Seite legen und bei geschlossenem Deckel auf den gewünschten Punkt ziehen lassen. So wird es außen knusprig und innen perfekt – das gelingt nur mit zwei Zonen.
Die richtige Temperatur
Für die meisten indirekten Gerichte zielst du auf 150 bis 180 °C im Garraum – das misst du am Deckelthermometer. Geflügel verträgt und braucht eher die obere Hälfte, große Stücke wie Pulled Pork garst du bewusst niedriger und länger.
Verlass dich beim Fleisch nicht auf die Uhr, sondern auf die Kerntemperatur. Ein einfaches Einstichthermometer ist hier Gold wert: Hähnchen ist bei rund 75 °C im Kern sicher durch, ein Rinderbraten je nach gewünschter Garstufe deutlich darunter. So triffst du den Punkt zuverlässig.
Typische Fehler
Erstens: den Deckel offen lassen – dann funktioniert indirektes Grillen schlicht nicht. Zweitens: zu oft aufklappen und ins Fleisch stechen, das kostet Hitze und Saft. Drittens: alle Brenner anlassen und sich wundern, dass nichts indirekt wird – eine Zone muss aus sein.
Und der häufigste: zu ungeduldig sein. Indirektes Grillen dauert länger als direktes – das ist gewollt. Plane die Zeit ein, dann belohnt dich das Ergebnis.
Welche Brenner an, welche aus?
Indirekte Hitze entsteht, wenn das Grillgut nicht direkt über der Flamme liegt. Bei einem 2-Brenner-Gasgrill schaltest du dazu einen Brenner ganz aus und legst das Grillgut auf dessen Seite. Bei drei oder mehr Brennern lässt du die äußeren an und schaltest den oder die mittleren aus.
Der Deckel bleibt dabei geschlossen, damit der Grill wie ein Umluftofen arbeitet. Über die eingeschalteten Brenner regelst du die Temperatur im Garraum nach oben oder unten – das Grillgut bekommt nur die umströmende Hitze ab, nicht die direkte Flamme.
Moderat indirekt oder Low and Slow
Indirekt ist nicht gleich indirekt. Für Hähnchen, ganze Fische, Aufläufe oder Geflügelteile arbeitest du klassisch bei rund 160 bis 190 Grad – heiß genug für knusprige Haut, schonend genug fürs Durchgaren.
Für echtes Barbecue wie Spareribs, Pulled Pork oder Brisket gehst du in den Low-and-Slow-Bereich von etwa 110 bis 130 Grad über mehrere Stunden. Hier zählt Geduld: Bindegewebe und Fett brauchen Zeit, um zart zu werden.
Kerntemperatur als Ziel
Beim indirekten Grillen steuerst du nicht über die Uhr, sondern über die Kerntemperatur. Geflügel sollte am Ende rund 75 bis 85 Grad im Kern erreichen, damit es sicher durch und trotzdem saftig ist.
Ein Einstichthermometer nimmt dir das Rätselraten ab. Gerade bei großen Stücken lohnt es sich, schon vor dem Zielwert zu messen und den Grill notfalls etwas herunterzuregeln, statt am Ende übergart zu sein.
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Häufige Fragen
Was bedeutet indirektes Grillen?+
Beim indirekten Grillen liegt das Grillgut neben der Hitzequelle statt darüber. Der Grill arbeitet bei geschlossenem Deckel wie ein Backofen und gart das Essen sanft von allen Seiten – ideal für große oder dicke Stücke. So gelingen ganze Braten und Geflügel, ohne dass die Außenseite verbrennt.
Wie stelle ich indirektes Grillen am Gasgrill ein?+
Du schaltest einen Teil der Brenner an und einen Teil aus. Beim 2-Brenner einen an, einen aus; beim 3- oder 4-Brenner die äußeren an und die Mitte aus. Das Grillgut liegt dann über den ausgeschalteten Brennern. Eine Wasserschale in der indirekten Zone hält das Grillgut zusätzlich saftig.
Muss der Deckel beim indirekten Grillen zu sein?+
Ja, unbedingt. Nur mit geschlossenem Deckel staut sich die heiße Luft und umströmt das Grillgut. Bei offenem Deckel entweicht die Hitze nach oben und es funktioniert nicht. Der geschlossene Deckel macht aus dem Grill überhaupt erst einen Konvektionsofen.
Welche Temperatur ist beim indirekten Grillen richtig?+
Für die meisten Gerichte 150 bis 180 °C im Garraum, ablesbar am Deckelthermometer. Verlass dich beim Fleisch zusätzlich auf die Kerntemperatur – Geflügel ist bei rund 75 °C sicher durch. Das Deckelthermometer zeigt die Garraum-, das Einstichthermometer die Kerntemperatur – beides nutzen.
Was grillt man indirekt?+
Alles, was zu groß oder dick zum direkten Durchgaren ist: ganzes Hähnchen, Spareribs, Pulled Pork, Braten, große Fleischstücke, ganze Fische. Auch Steaks zieht man nach dem scharfen Anbraten indirekt auf den Punkt. Diese 2-Zonen-Technik ist der zuverlässigste Weg zum perfekten Steak.
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